Mitochondrientherapie - wie Ihr Eure Energiekraftwerke wieder zum Laufen bringt

Eine geschwächte Energiegewinnung in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, macht müde und erschöpft. Doch nicht nur das - vielmehr sind nahezu alle unsere Körpersysteme, welche ATP benötigen, von der verringerten Energiesynthese beeinträchtigt. Insbesondere Nervensystem, Immunsystem, Verdauungssystem, Lymphsystem, Gehirn und Leber. Hierdurch können sich folglich neben Müdigkeit zahlreiche weitere Symptome ergeben. Unbehandelt, kann es zu weiteren ernsthaften Erkrankungen kommen (siehe hierzu meinen Artikel Störung der Mitochondrien als Ursache für chronische Erschöpfung).

 

Seit einiger Zeit tue ich alles dafür, meine Mitochondrien wieder auf Vordermann zu bringen. Wie auch Ihr Eure Energiekraftwerke wieder zum Laufen bringt und wie davon Eure gesamte Gesundheit profitiert, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

 

Die Säulen einer Mitochondrientherapie

1. Ursachen der Mitochondrienschädigung beseitigen

Zunächst ist es wichtig, diejenigen Faktoren zu beseitigen, welche Eure Mitochondrien beeinträchtigen. Dies sind solche, die in Eurem Körper oxidativen und nitrosativen Stress auslösen, welcher Eure Mitochondrien sehr schädigt (zahlreiche Faktoren findet Ihr in Teil 1 dieses Beitrags), z.B. Umweltgifte wie Schwermetalle, chronische Infekte, Schimmelpilztoxine, eine instabile Halswirbelsäule, Pestizide oder Formaldehyd. 

 

Es kann allerdings auch sein, dass die Ursache(n) der Mitochondrienschädigung bereits beendet ist, sich die negative Stoffwechsellage jedoch verselbstständigt fortführt. Ohne gezielte Intervention ist sie nur schwer wieder zu bremsen.

 

2. Die richtige Ernährung, um eure Mitochondrien zu stärken

Gesunde Ernährung, low carb, Ernährung für euren Stoffwechsel Boost
Gesunde Ernährung inklusive aller wichtigen Mikronährstoffe ist fundamental, um gesund zu werden.

 

Die richtige Ernährung ist eines der zentralen Elemente, um Eure Mitochondrien zu stärken. Wie Ihr bereits erfahren habt, wird die Energie, aus welcher die Mitochondrien ATP herstellen, aus den Kohlenhydraten und Fetten unserer Nahrung gewonnen. Energie aus Kohlenhydraten ist dabei jedoch weniger nachhaltig, sie sorgen nur für eine kürzere Sättigung und lassen den Blutzuckerspiegel schwanken. Außerdem fallen bei der Verwertung von Kohlenhydraten vermehrt freie Radikale (ROS) an, gegen welche die Mitochondrien sehr empfindlich sind. Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass der übermäßige Verzehr von insbesondere kurzkettigen Kohlenhydraten in unserer Gesellschaft die Hauptursache für diverse Volkskrankheiten ist. "Zucker macht krank", das ist sogar schon in der Tagespolitik angekommen.

 

Kohlenhydrate vs. Fette 

 

Bei bereits geschwächten Mitochondrien liegt häufig eine Störung der Kohlenhydratverwertung vor. Typisch hierfür sind regelmäßiges Verlangen nach Süßem, Heißhungerattacken, sog. "cravings", starke Müdigkeit nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten und Gewichtszunahme (insbesondere am Bauch). Dies zeigt, dass Eure Energieverwertung aus Glucose am (bzw. über dem) Limit ist. 

 

Um Eure Mitochondrien zu regenerieren ist es daher essentiell, die Menge an Kohlenhydraten in Eurer Ernährung zu reduzieren und kurzkettige Kohlenhydrate mit hohem glykämischen Index komplett zu eliminieren. Zu letzteren gehören jegliche Form von Zucker, Weißmehl (Brot, Nudeln), Alkohol, Kartoffeln, weißer Reis, etc. Sie sollten durch komplexe Kohlenhydrate wie Gemüse, (wenig) Obst, Vollkorn, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, Quinoa, Amaranth, Hirse usw. ersetzt werden. 

 

Hierdurch fehlende Kalorien müssen dann insbesondere durch gute Fette kompensiert werden, welche ebenso als Energiequelle dienen. Am besten geeignet sind hierzu etwa Extra natives Olivenöl, Weidebutter, (hochwertiges) Fleisch, Fisch, Avocado, Nüsse, Eier, MCT-Öl und in geringen Mengen andere Pflanzenöle, z.B. Leinöl. 

 

Ihr solltet dabei so oft wie möglich bio Lebensmittel verwenden und möglichst "clean" essen. Dies bedeutet, Lebensmittel aus frischen Produkten zuzubereiten und auf stark verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte zu verzichten. Diese haben fast immer eine deutliche höhere Nährstoffdichte als nicht-bio, verarbeitete Lebensmittel. Außerdem sind Pestizide und chemische Zusatzstoffe Gift für Eure ohnehin schon geschwächten Mitochondrien!

 

Nahrungsergänzungsmittel/Supplements für eure Mitochondrien 

 

Um die geschwächten Mitochondrien zusätzlich zu boosten und euren Energiestoffwechsel mit den Mikronährstoffen zu versorgen, welche er benötigt, um sauber zu laufen, könnt ihr zu bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Warum? Selbst wenn ihr eine der unten vorgestellten, nährstoffreichen Ernährungsformen genau einhaltet, gibt es folgendes Problem: eure bereits geschwächten Mitochondrien brauchen zusätzliche Mikronährstoffe um zu funktionieren und zu heilen; unsere heutige Lebensweise inklusive aller Umweltbelastungen, Chemie, stärkerem Stress, schlechtem Licht und wenig Bewegung erhöht unseren Mikronährstoffbedarf; unsere heutigen Nahrungsmittel enthalten aufgrund der immer schlechter werdenden Bodenqualität immer weniger Nährstoffe. 

 

Hier nur ein kurzer Überblick über die Supplements, welche ich selbst jeden Tag einnehme, um meine Mitochondrien zu boosten. Ich habe euch dabei genau die Supplements verlinkt, welche ich nach langer Recherche und zahlreichen Vergleichen als für mich am besten bewertet habe* (natürliche und reine Inhaltsstoffe, Dosierung, Preis/Leistung):

  

Supplement Beabsichtigte Wirkung
Vitamin B Komplex

- wichtig für Gehirn und Nervensystem

- maßgeblich beteiligt am Energiestoffwechsel

- normale psychische Funktion

- Schutz vor oxidativem Stress

- verringert Müdigkeit und Erschöpfung

Vitamin B12

- Schutz vor nitrostativem Stress

- wichtig fürs Nervensystem

(im obigen natürlichen Vitamin B Komplex von Sunday

ist B12 bereits in allen aktiven Formen hochdosiert 

enthalten (MHA). Solltet ihr einen anderen B-Komplex

wählen, nehmt noch Vitamin B12 dazu). 

Vitamin D3* 

- "Sonnenvitamin"

- boostet das Immunsystem

- sorgt für bessere Stimmung 

- Mangel in Europa sehr verbreitet 

- sollte unbedingt mit Vitamin K2 kombiniert werden

Vitamin C 

- Antioxidans gegen oxidativen Stress

- gut fürs Immunsystem

- gut fürs Bindegewebe

- wichtig zur Reduktion von Glutathion

- achtet auf ein natürliches Präparat!

Magnesium

- wichtig insbesondere bei Stress, Nervosität,

innerer Unruhe, Anspannung, Muskelkrämpfen-

und zucken, Herzrhythmusstörungen und Kopf-

schmerzen

- wichtig für den Energiestoffwechsel

Omega 3 Fettsäuren

- wichtig für Herzkreislaufsystem und Gehirn

- entzündungshemmend

- gut für die Zellmembran eurer Mitochondrien 

- Achtung: auf saubere und hochwertige

Präparate achten!

Coenzym Q10 

- Elektronentransporter in euren Mitochondrien

- Stärkung der Energieproduktion in allen Zellen

- stark gegen freie Radikale 

- insbesondere wichtig bei geistiger Beanspruchung

- Achtung: die aktive Form Ubiquinol wählen

Kreatinmonohydrat

- kann sich positiv auf Energiebereitstellung und Muskelkraft auswirken

- erhöht die kognitive Leistung

- schützt die Zellmembranen 

- erhöht die Wirksamkeit von Antidepressiva

- für mich das wirkungsvollste Supplement 

In Teil 3 meiner Serie über Mitochondrien "Supplements" erfahrt ihr noch viel mehr Details zu den oben genannten Supplements sowie einige weitere und spezifischere Supplements für eure Mitochondrien.

 

Die richtige Ernährung für eure Mitochondrien

 

Verschiedene Ernährungsformen sollen die Mitochondrien boosten:

 

- Low Carb/Ketogene Diät

 

- Paleo

 

- LOGI-Kost (Low glycemic index)

 

Man könnte zu jeder mehrere Seiten schreiben, hier soll jedoch eine sehr kompakte Beschreibung genügen, um Euch einen Überblick zu verschaffen. Wichtig ist, dass jeder Mensch verschieden ist und daher nicht jede Ernährungsform passend. So wiege ich bei etwa 180 cm Körpergröße immer nur 60-65 kg und konnte selbst bei hartem Krafttraining und 3000kcal am Tag vor meiner Erschöpfungsperiode nicht wirklich Gewicht zulegen. Als ich im Rahmen meiner Mitochondrientherapie Carbs stark einschränkte, nahm ich locker 5 kg ab und hatte noch weniger Energie. Seit längerer Zeit orientiere ich mich an der Paleo Ernährung, füge aber mehr Carbs in Form von glutenfreien Haferflocken, Reis, Buchweizen und Süßkartoffeln hinzu. Auch beim Fett bin ich sehr großzügig und gönne mir extra Energie z.B. durch Bulletproof Coffee, Avocados, Nüsse und viel Olivenöl, was mir sehr gut bekommt. Auch mein Darm hat sich durch meine Ernährung deutlich verbessert.

 

Heidelbeeren, eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt

 

Low Carb/Ketogene Diät

 

Low Carb und Ketogene Diät zielen beide auf eine strikte Einschränkung von Kohlenhydraten ab. Dabei dürfen bei der Low Carb Diät nicht mehr als 150 g Carbs pro Tag gegessen werden, diese vorwiegend aus Gemüse, Obst mit geringem Fruktosegehalt, Hülsenfrüchten und wenig Vollkorn (ggf. glutenfrei). Bei der immer mehr gehypten Keto-Diät muss die Zufuhr von Carbs auf allerhöchstens 50 g pro Tag beschränkt werden. Hierdurch gelangt der Körper in die sogenannte Ketose und greift auf Fettsäuren als Energiequelle zurück. Laut Vertretern der Keto Ernährungsweise sind Ketone die bevorzugte Energiequelle für die Mitochondrien und verursachen weniger freie Radikale bei der Energieerzeugung, verbrennen also "sauberer". Insbesondere fürs Gehirn sollen Ketonkörper Wunder wirken

 

Der für mich beste Überblick zu einer zyklisch ketogenen Diät (hier profitiert ihr von sowohl Ketonen, als auch einigen Kohlenhydraten) ist die Bulletproof Diät von Dave Asprey. Diese hat mittlerweile zigtausende Anhänger in den USA, welche von gesteigerter Energie, Gewichtsverlust und klarerem Fokus berichten. Ich bin ein absoluter Fan von Dave Asprey und finde alle seine Bücher sehr lesenswert. Hier findet ihr die Bulletproof Diät

 

Paleo oder Steinzeiternährung

 

Bei Paleo handelt es sich kurz gesagt um Steinzeiternährung in der Moderne. Sie imitiert die ursprüngliche Ernährungsweise des Menschen als Jäger und Sammler und passt darüber hinaus den Lifestyle näher an die Natur an. Alles, was in der Altsteinzeit gesammelt, gejagt und verzehrt wurde, ist erlaubt. So stehen insbesondere Gemüse und Obst, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse und Samen auf dem Speiseplan. Raffinierter Zucker, Getreide, Milchprodukte und jegliche verarbeiteten Lebensmittel sind tabu. Carbs sind hier quasi von Haus aus eingeschränkt. 

 

Ich bin absoluter Fan dieser frischen, praktischen und leckeren Ernährungsweise und werde demnächst einen Post nur zum Thema Paleo schreiben. Bis dahin findet ihr hier eins meiner Lieblingskochbücher inkl. umfassender Einführung zum Thema Paleo von Nico Richter.

 

Wer es etwas fortgeschrittener mag, dem empfehle ich das für mich beste Buch zum Thema Paleo, Mitochondrien und ketogene Ernährung: Das Wahl's Protokoll von Dr. Terry Wahls. Eigentlich auf MS und Autoimmunkrankheiten ausgerichtet, hat Dr. Wahls eine Ernährungsweise herausgearbeitet, bei welcher die Stärkung der Mitochondrien, sowie Erhöhung der Nährstoffdichte und Vermeidung von Toxinen in eurer Ernährung im Mittelpunkt stehen. Dies zusammen mit der Bulletproof Diät haben meine Ernährung am meisten beeinflusst. 

 

LOGI-Kost 

 

Bei der LOGI-Kost handelt es sich um die von Dr. Kuklinski empfohlene Mitochondrienkost. Sie ist etwas moderater als die oben genannten Ernährungsformen. Es dürfen nur Lebensmittel mit niedrigem glykämischem Index (keine kurzen Kohlenhydrate) gegessen werden und komplexe Carbs werden auf 20-30 % der Tageskalorien reduziert. Nähere Infos zur LOGI-Kost und Mitochondriopathie findet Ihr in Dr. Bodo Kuklinskis sehr gutem Buch "Mitochondrientherapie - die Alternative". 

 

Fasten oder intermittierendes Fasten

 

Fasten eine willkommene Kur für eure Mitos und kann als regelrechter "Reset" dienen. Dies insbesondere durch eine Hemmung der Glucoseverwertung und der Verwendung von körpereigenem Fett und Ketonen als Energieträger. Auch das Entzündungsgeschehen im Körper wird sehr positiv beeinflusst, wodurch die Mitochondrien regenerieren können. 

 

Wer nicht unter fachkundiger Aufsicht länger fasten möchte, kann sich auch das sog. intermittierende Fasten oder Intervallfasten zu nutze machen. Dabei werden mehrere Tage pro Woche über einen bestimmten Zeitraum gefastet. Am bequemsten ist es, einfach das Frühstück wegzulassen und so den Zeitraum zwischen Abendessen und der nächsten Nahrungsaufnahme zu verlängern. Sehr verbreitet sind etwa 16/8 bei Männern (sprich 16 Stunden Fasten und über ein Zeitfenster von 8 Stunden essen) und 14/10 bei Frauen. Dies liefert ähnliche Vorteile wie das längere Fasten (inklusive Aktivieren der Autophagie, in welcher Euer Körper alte und beschädigte Zellen beseitigt), allerdings ohne starke Einschränkung der Kalorienzufuhr. Dennoch k

ann das Intervallfasten auch beim Abnehmen extrem hilfreich sein. 

 

Da es einiges an Disziplin benötigt, um in das Intervallfasten hereinzukommen und es gut ist, hierbei einen kompetenten Ansprechpartner zur Seite zu haben, habe ich hier für euch eine tolle 7-Wochen Challenge mit kontinuierlicher Begleitung durch Ernährungsberater für euch herausgesucht. 

 

3. Bewegung

Um Euch zu bewegen benötigt Ihr Eure Mitochondrien, da sie Euren "Treibstoff" ATP herstellen - Eure Mitochondrien wiederum benötigen Bewegung. Sie sind sehr sensibel und reagieren somit schnell auf Umwelteinflüsse und einen aktiven Lifestyle. Durch einen solchen fährt der Stoffwechsel hoch, die Mitochondrien werden zur Vermehrung angeregt (sog. Biogenese) und alte Mitochondrien werden entsorgt. Umso mehr, wenn die Bewegung an frischer Luft stattfindet. Bleibt Ihr im Sessel sitzen, verringert sich die Anzahl Eurer Mitochondrien relativ schnell und damit auch Euer Energielevel.

 

Bewegung Mitochondrien stärken
Bewegung an der frischen Luft ist ideal um Eure Mitochondrienzahl zu erhöhen

 

Besonders gut zur Stärkung und Vermehrung Eurer Mitochondrien eignen sich moderater Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, Inlineskaten, Rudern, Wandern, Nordic Walking und Spazieren. Hier wird Euer Körper ideal mit Sauerstoff versorgt, Mitochondrien in den Muskeln und auch im Gehirn vermehren sich. Auch Krafttraining hat einen äußerst positiven Effekt auf Eure Zellkraftwerke. Genannt wird hier häufig HIIT (High-intensity Interval Training), eine besonders intensive und kurze Trainingsform. Auch moderates Krafttraining wirkt sich positiv aus.

Wichtig ist generell, dass Ihr es beim Sport nicht übertreibt. Es gilt: Genauso gesund wie moderate Bewegung für Euer Energielevel ist, so schädlich kann übermäßiges und zu langes Training für Eure Mitochondrien sein. Gutes Regenerieren nach dem Training ist genauso wichtig wie das Training selbst. 1-2 intensive Trainings in der Woche und täglich leichte Bewegung, etwa 30 min spazieren, sind ideal für eure Mitochondrien.  

Vorsicht: Sind die Mitochondrien bereits stark beeinträchtigt, wie z.B. bei CFS, kann für oben genannte sportliche Aktivitäten nicht mehr genügend Energie produziert werden. Anfangs sind sie trotz Erschöpfung häufig noch möglich, jedoch fällt der Körper in ein Energiedefizit – der Batterie wird mehr Energie entzogen als sie besitzt. Dies rächt sich dann 1-2 Tage später mit starken Leistungseinbrüchen, Bettlägerigkeit und genereller Zunahme der meisten Symptome. Ähnlich war es bei mir. Ich versuchte, noch etwa 2 Jahre durch Sport (teils sehr intensive Belastungen) gegen meine Erschöpfung anzukämpfen und sah es nicht ein, zu verzichten, landetet jedoch immer wieder im Bett. Im Nachhinein sicher nicht besonders förderlich.

 

Daher: je erschöpfter Ihr Euch fühlt, desto moderater sollte die Bewegung ausfallen. Fangt einfach mit 10 min flottem Spazieren am Tag an, schaut wie es Euch bekommt und steigert Euch langsam und nachhaltig, ohne danach die „Rechnung“ für übermäßige Belastung zu erhalten.

 

4. Entspannung

Das Leben ist ein Gleichgewicht, jeder Mensch braucht in individuellem Maße Entspannung. So auch Eure Mitochondrien.

 

Meditieren Entspannung Mitochondrien
Meditieren, Yoga, Natur, Atemtechniken - alles was bei der Entspannung hilft, boostet eure Mitochondrien

 

Insbesondere wenn diese bereits beeinträchtigt sind, müsst Ihr unbedingt auf ausreichende Auszeiten achten, um zu regenerieren. Wichtig ist, dass Körper und Geist hierbei zu Ruhe kommen. Hierzu sind Methoden wie Atemübungen, Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Spazieren besonders geeignet. Meistens hat jeder so seine persönliche Art, zu entspannen. Erlaubt und erwünscht ist, was funktioniert.

 

Auch hier bestehen jedoch Schwierigkeiten, wenn die Mitochondrienschädigung eine gewisse Schwelle überschritten hat. Aufgrund des Energiemangels sind Körper und Geist unter Spannung, kommen in den Fluchtmodus, die Gedanken kreisen. Hier sind oben genannte Methoden umso wichtiger, um dennoch in eine echte Entspannung zu gelangen. Auch können zusätzliche Maßnahmen notwendig sein. 

 

Mein absoluter Entspannungshack ist meine Akupressurmatte. Diese ist gespickt mit kleinen Spitzen, ähnlich einem Nagelbrett. Das hört sich schmerzhaft an (und ist es bei den ersten beiden Anwendungen auch etwas), bringt jedoch eine tolle Entspannung. Die Durchblutung im ganzen Rücken wird erhöht, die Muskeln lockern sich und der Parasympathikus (der Teil des autonomen Nervensystems, welcher für Entspannung sorgt), wird aktiviert. Ideal für einen kleinen Nap am Nachmittag oder vor dem Einschlafen. 

 

4. Schlaf

Eine gute Schlafqualität und ausreichende Schlaflänge sind, zusammen mit der richtigen Ernährung und Bewegung, ein absoluter Grundpfeiler der Heilung. Ohne guten Schlaf keine Heilung - so einfach ist das. Während häufig über eine ausreichende Länge des Schlafes diskutiert wird, ist insbesondere die Schlafqualität (z.B. Länge und Tiefe der Tiefschlaf- oder REM Schlafphasen) von überragender Bedeutung.   

 

Mitochondrien gut schlafen
Guter Schlaf ist für euren Energiestoffwechsel unerlässlich. Ohne Schlaf keine Heilung.

 

Hier einige Basics der Schlafhygiene, welche eure Schlafqualität erhöhen:

 

o   Sorgt für ein kühles und ruhiges Schlafzimmer. Zwischen 15 und 19 Grad schläft man am besten, da eine niedrige Temperatur den circadianen Rhythmus unterstützt. Also: Heizung aus und Fenster auf.

o   Sorgt für komplette Dunkelheit. Auch kleinste Lichtquellen können eure Melatoninproduktion und damit euren Schlaf stören. Wenn ich unterwegs bin habe ich immer meine Schlafmaske dabei. Diese wirkt Wunder!

 

o   Findet Einschlafrituale. Der Körper ist ein Gewohnheitstier. Signalisiert ihm, dass nun Schlafenszeit ist. Meditiert nochmal, macht Euch einen Abendtee (ich nehme gerne Lavendel), schaut etwas Entspannendes auf Netflix oder im TV, oder lest etwas Entspanntes (keine stimulierenden Sach- oder Fachbücher!)

 

o   Verzichtet auf Elektrogeräte im Schlafzimmer und schaltet Euer Smartphone frühzeitig aus. Der Blaulichtanteil der Displays stört die Produktion Eures Schlafhormons Melatonin. Besorgt Euch außerdem einen Blaulichtfilter wie f.lux oder Nightshift. Wenn ihr abends noch etwas am Display arbeiten müsst oder TV schaut, denkt über eine Blaulichtfilter-Brille nach. Diese verhindert effektiv Einschlafprobleme, Augen- und Kopfschmerzen und schützt die Mitochondrien in Euren Augen!

o   Lasst jegliche Form von Stress und Grübeleien an der Bettkante zurück. Hier kann es z.B. helfen, Sorgen und negative Gedanken vor dem Schlafengehen aufzuschreiben und so "für den nächsten Tag" aufzuheben.

o   Bewegt Euch täglich an der frischen Luft, am besten im Sonnenlicht. Dies erhöht die Produktion des Schlafhormons Melatonin am Abend.

o   Besorgt Euch ein passendes Nackenkissen und eine für Eure Statur geeignete Matratze (die Wirbelsäule sollte eine waagerechte Linie bilden). So kann der Körper optimal entspannen. Insbesondere bei HWS-Instabilität.

o   Esst mindestens 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr. Lasst ihr dann noch euer Frühstück weg oder frühstückt spät, seid ihr automatisch im intermittierenden Fasten (siehe oben). Wacht ihr allerdings nachts auf und fühlt euch unterzuckert (häufig der Fall bei geschwächten Mitochondrien),  esst ggf. noch einen Löffel rohen Honig oder eine Kombination aus Fett und komplexen Kohlenhydraten vor dem Schlafengehen, z.B. ein Vollkornbrot mit Butter. Hier gilt: Ausprobieren.


Häufig reichen die oben genannten Tipps zur Verbesserung eurer Schlafqualität nicht aus. Um euren Schlaf weiter zu verbessern, könnt ihr zusätzlich zu einigen Supplements greifen. Am wirksamsten sind für mich:

 

  • Melatonin

 

 

  

 

5. Supplements für Eure Mitochondrien 

 

In Teil 3 erfahrt Ihr alles über die effektivsten Supplements, um Eure Mitochondrien zu unterstützen. Die Auswahl ist mittlerweile riesig, hier gilt es die "Spreu vom Weizen zu trennen".

 

*Disclaimer: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links, dh ich erhalte eine kleine Provision, jedes Mal wenn ihr ein verlinktes Produkt kauft. Dies ermöglicht mir meine Arbeit. Alle Produkte sind ehrliche Empfehlungen von mir, die ich nach langer Recherche als gut bzw. am besten empfunden und selbst ausprobiert habe. 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Harald Mehlhorn (Montag, 17 Februar 2020 15:20)

    So verdienstvoll Deine Bemühungen sind. B3 wird nicht gespeichert. Es wird NAD (Vorstufe von NAD+/NADH und NADP+/NADPH) daraus produziert und in zb Sirtuinen abgebaut. Du brauchst ständigen Nachschub, der in den von Dir beschriebnenen Diäten vorhanden ist - Trotzdem, wenn DU CFS belastet bis, brauchsr Du wesentlich mehr, als Du mit der Nahrung aufnehmen kannst. Unglücklicherweise wirst Du diese Informtionen im deutschen Web nicht finden. Auf der https://www.ncbi.nlm.nih.gov Datenbank wirst Du alles finden.

  • #2

    Philipp (Montag, 17 Februar 2020 15:57)

    Hallo Harald, danke für Dein Feedback. Gebe dir recht, dass man derlei fortschrittliche Informationen nicht im deutschsprachigen Raum findet. Bzgl. Sirtuinen habe ich kürzlich ein interessantes Buch angehört - Lifespan von Harvard Professor David Sinclair, falls dir dieser etwas sagt.